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The Lady in the Van

rezensiert von Pingi am 17. Juni 2016 um 21:33
 

Auf die Nachbarschaft hat man leider nur wenig Einfluss. Was kann man allerdings dagegen machen, wenn sich in die eigene Autoauffahrt eine obdachlose alte Frau in einem Van breit macht? Alan Bennets biografisches Werk „The Lady in the Van“ erzählt davon, wie einst eine alte, chaotische und übelriechende Frau genau das bei ihm tat – um 15 Jahre zu bleiben.

Ende der 70er kauft sich der aufstrebende Bühnenautor Alan Bennett (Alex Jennings) in Camdentown ein kleines Reihenhäuschen. Umgeben von oberflächlich ruhigen, leicht spießigen Nachbarn erhofft sich Alan hier neue Inspiration für weitere Meisterwerke. Geradezu als Kontrast tuckert in einem klapprigen Van die obdachlose Mary Shepherd durch die Straßen, um mal hier und dort für eine Weile ihr Quartier aufzuschlagen. Die alte kratzbürstige Lady hat für die lieblosen Hilfsangebote der Bewohner nichts übrig und spart auch sonst nicht bissigen Kommentaren. Ausgerechnet in Alan sieht sie allerdings eine Bezugsperson. Als ein neu erklärtes Halteverbot ihr Vagabundenleben bedroht, erklärt sich der Autor bereit, dass Miss Shepherd vorübergehend bei ihm in der Auffahrt wohnen darf. Aus dem kurz angedachten Arrangement werden 15 Jahre voller Streiterein, Dreck, Gestank und einer sonderbaren Beziehung zweier Menschen, die sich eigentlich nicht wirklich leiden können.

„The Lady in the Van“ wurde zuerst als Bühnenstück uraufgeführt, ehe es seinen Weg auf die Kinoleinwand fand. Bereits auf der Bühne erweckte Maggie Smith die schrullige Obdachlose zum Leben. Alan Bennets Miss Shepherd hat wirklich existiert und im Film wird immer wieder darauf hingewiesen, welche Dialoge der Autor angeblich mit der Dame geführt hat.
Maggie Smith gibt eine alte, eigentlich unmögliche Frau, die sich niemand als Nachbarin wünscht.  Die kratzbürstigen Kommentare und mehr als fragwürdigen Aktionen jagen nicht nur Alan einen Schauer über den Rücken. Hinter der Fassade der alten Miss Shepherd ruht ein dunkles Schicksal.
Alex Jennings ist ein etwas introvertierter ruhiger Künstler, der irgendwo zwischen Faszination und Anwiderung eine Symbiose mit der Frau eingeht.
Trotz der Situationskomik und vielen wortgewandten Schlagabtauschen zeigt sich immer wieder das zerbrechliche Bild der Miss Shepherd und die Tragik, die sich hinter ihrem Los verbirgt. Der seltsame bigotte Umgang mit der Obdachlosen hinterlässt auch beim Zuschauer leichtes Schamgefühl. Wie würde ich reagieren, wenn plötzlich so eine Frau bei mir im Hauseingang leben würde?

So witzig und vielschichtig der Film beginnt, schwächelt er leider streckenweise zum Ende hin und man hat das Gefühl, Bennet zieht das unausweichliche Ende nur unmöglich in die Länge. Liebhaber des britischen Humors werden an dem Film sicher ihren Spaß haben. Trotz des eigentlichen schweren Thema zum Umgang mit der Obdachlosigkeit hat der Streifen eine gewisse Leichtigkeit in sich. Und nicht zuletzt ist Maggie Smith einfach eine sehenswerte und großartige Schauspielerin, die Miss Shepherd eine eigene, unvergessliche Note verleiht.



Fazit: Maggie Smith als obdachlose britische Nervensäge - will keiner 15 Jahre in der Auffahrt haben, aber jeder sehen!

Bewertung:

Genre: Allgemein

Länge: 105 Min.

Kinostart: Ab 16.06.2016 im Hollywood Megaplex und Metropolkino.

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