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Stoker

rezensiert von PhilippR am 9. Mai 2013 um 20:49
 

Manchmal sitzt man im Kino und fragt sich, wie diese Geschichte wohl enden wird. Dies geschieht eher bei Katastrophenfilmen oder Horrorgeschichten.  Manchmal aber, da fragt man sich, was der Film uns, als Zuseher, denn eigentlich sagen will. So geschehen bei dem Film ‚Stoker‘.

Die Handlung lässt sich innerhalb kürzester Zeit erzählen. Ein Vater stirbt und lässt seine Frau und seine Tochter zurück. Unmittelbar nach der Beisetzung zieht der, bis dahin unbekannte Onkel(Matthew Goode) in das Haus seines Bruders ein. Dem trauernden Mädchen, India(Mia Wasikowska), missfällt die Tatsache, dass der neue Onkel die Vaterrolle einnehmen will und die Mutter (Nicole Kidman) seinem Charme verfallen zu sein scheint. Dieses Misstrauen stellt sich schnell als berechtigt heraus und schon ist die Geschichte fast vorbei. Dieses Drehbuch stammt von Wentworth Miller, welcher durch seine Rolle in der Fernsehserie ‚Prison Break‘ bekannt wurde.

Schon einmal gab es vor kurzer Zeit einen Film der vor allem durch seine optische Darstellung punkten konnte. Damals war das ‚A single man‘, von Tom Ford. Diesmal erzählt  Regisseur Park Chan-wook in wunderschön, durchkomponierten Bildern, welche eine sanft schwebende Atmosphäre des Unheimlichen kreieren. Auch die Musik von Clint Mansell erzeigt sich dafür dienlich.

Der Drehbuchautor selbst gab schon in Interviews an, von Hitchcocks ‚Im Schatten des Zweifels‘ inspiriert worden zu sein. Und auch der Regisseur bedient sich einiger Bilder, vor allem aus dem Film ‚Psycho‘. So wird zum Beispiel die bekannte Szene in der Dusche zitiert.

Doch nun zurück zu der Frage, was dieser Film dem Zuseher sagen will. Die Handlung ist denkbar simpel und vorhersehbar. Der Deutsche Untertitel ‚Die Unschuld endet‘ alleine, nimmt den verlauf der Geschichte, schon vor dem eigentlichen Beginn des Films vorweg. War es, bei dem oben erwähnten Film ‚A single man‘ noch die Schönheit des Lebens, welche gekonnt inszeniert wurde, so wird nun das Gegenteil in traumhaft perfekten Bilder festgehalten; die Gewalt, der Mord. Als Zuseher ist man es gewohnt, sich im Film mit mindestens einer Figur identifizieren zu können. In diesem Fall übernimmt diese Aufgabe die misstrauische India. An ihrer Seite suche wir eine Erklärung für die Faszination, welche von ihrem Onkel ausgeht. Das Kino selbst, lebt von der Faszination, welche von Gewalt ausgeht. Wenn dann der Abspann, nicht wie gewohnt von unten nach oben, sondern von oben nach unten abläuft, spätestens dann sollte man sich als Zuseher fragen, welche Rolle man selbst in diesem Spiel mit der Faszination der Gewalt einnimmt.



Fazit: Bilder von verstörender Schönheit erzählen eine vorhersagbare Geschichte. Ein Interpretationsversuch über Gewalt in Filmen auf der einen und dem Zuseher als Konsument, auf der anderen Seite, macht den Film dennoch sehenswert.

Bewertung:

Genre: Drama

Länge: 99 Minuten Min.

Kinostart: Ab 09.05.2013 im Hollywood Megaplex und Metropolkino.

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