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Eine dunkle Begierde

rezensiert von PhilippR am 11. November 2011 um 21:40
 

Aus einer Kutsche die durch einen Wald fährt, hört man Schreie einer jungen Frau. Es handelt sich um Sabina Spielrein, die 1904 in die psychiatrischen Klinik in Burghölzi in Zürich eingeliefert. Dargestellt wird diese junge Russin von Keira Knightly, welche die Hysterie durch ein vorgezogenes Kinn, ruckartige Bewegungen, einem weinerlichen Blick und einer spürbaren krampfartigen Verspannung darstellt.

In der Klinik trifft sie auf ihren Arzt, Carl Gustav Jung. Dieser versucht bei seiner Patienten die neuartige Sprachtherapie aus. Eine Methode die ein gewisser Sigmund Freud in Wien erarbeitet hat; ‚A most dangerous method‘, so lautet auch der Titel des Buches auf welchem der Film teilweise basiert. Teilweise, weil in den Quellen auch noch ein Theaterstück angeführt wird unter dem Titel ‚the talking cure‘. Beide Titel nehmen Bezug auf die ersten Momente der Psychoanalyse, die wegen der expliziten Einbeziehung der Sexualität und der wissenschaftlich wenig nachvollziehbaren Thesen von der prüden Gesellschaft wenig geachtet wurde.

C.G. Jung beginnt im Laufe der Behandlung in Sabina eine Affäre und  seine Ehefrau. Da Freud die Grenze zwischen Therapeut und Patient sehr streng zieht in seiner Psychoanalyse, und den Gegner seiner Methode keine zusätzlichen Angriffsmöglichkeiten bieten will lässt er Jung seine Meinung dazu wissen. Die Begierde, und nun kommt auch der deutsche Titel ins Spiel, wird bei C.G.Jung grösser, doch er  folgt seiner Vaterfigur. Die Freundschaft der beiden hält dennoch nicht lange, zu gross sind die Unterschiede. Freud, der die Welt wissenschaftlich sieht auf der einen Seite, und Jung, der an  eine mystische Weltanschauung glaubt.

Regie führte David Cronenberg, welcher eher durch seine Horrorfilme bzw. Thriller bekannt ist. Wer nun jedoch glaubt, die Psychoanalyse sei ein Thema ohne Spannung irrt. Sexualität, Masochismus, Rivalität, und noch viel mehr Themen spricht sie an.  David Cronenberg gelingt es, die Zeit des beginnenden 20. Jahrhunderts detailverliebt darzustellen. Gedreht wurde schliesslich auch an Schauplätzen in Wien, wie dem Belvedere und der berühmten Berggasse 19. Vom berühmten Sofa bis hin zur Zeitung lässt sich viel in der Kulisse entdecken.

Die Besetzung des Films ist punktgenau getroffen. Michael Fassbender mimt den jungen, feigen und langsam in seine eigene Welt abgleitenden C.G. Jung. Viggo Mortensen spielt seinen Freud verführenden, zugleich gelassenen und sehr überzeugenden zugleich. Und in einer Nebenrolle brilliert Vincent Cassel. Keira Knightly, macht ihre Sache gut, spielt aber stellenweise ein wenig zu übertrieben.

Stellenweise jedoch hält der Film Längen bereit, die hochgeschlossenen Kragen erzeugen vermutlich eine gewisse Distanz.

Das Schicksal der meisten Personen nach dem die Handlung im Film endet ist zum Teil bekannt. Die Bedrohung, die Jung in einem seiner Träume ahnt, bricht über die Welt herein. Jung verliert sich in seiner Gedankenwelt , Freud konnte sein Konzept Generationen weitergeben, musste jedoch nach London fliehen wegen der Nationalsozialisten. Das Schicksal der Psychoanalytikerin Sabina Spielrein jedoch ist weniger bekannt und wird zum Ende des Films in einer Tafel gezeigt.



Fazit: Ein detailgetreu inszenierter Kostümfilm, welcher vor allem wegen der Darsteller überzeugt.

Bewertung:

Genre: Melodram

Länge: Min.

Kinostart: Ab 11.11.2011 im Hollywood Megaplex und Metropolkino.

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